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III. Unser pädagogischer Anspruch1. So möchten wir arbeiten- Leitlinien unseres Handelns Im Mittelpunkt unserer Arbeit in der Schule stehen natürlich die Schüler. In dem "Erziehungs- und Bildungskreis" an einer ländlichen Schule spielen aber auch jene Faktoren bei der Arbeit eine Rolle, die spezifisch für unsere Situation von Bedeutung sind. Der ländliche christlich orientierte Raum, die immer noch bestehenden traditionellen Hintergründe, die Zusammensetzung und Biografien der Lehrenden und die räumlichen Möglichkeiten einer relativ kleinen Schule. Nicht zuletzt die politischen, finanziellen und kulturellen Möglichkeiten müssen bei der Formulierung unserer Leitlinien bedacht werden. Was tun und wollen wir eigentlich: Wir möchten eine "Lernfamilie" sein, in der jeder wahrgenommen und ernst genommen wird
des Stoffes Freude und Motivation bedeutet
zum Unterrichtsprinzip nehmen
Herausforderungen der Zukunft gerüstet sein
Elternhaus, den Institutionen, den Vereinen und Ämtern
2. Die Sicht auf die Schüler, die Sicht der Schüler Zunächst einmal muss man darauf hinweisen, dass in einer Schule, die aus einer zweizügigen Grundschule und einer einzügigen Hauptschule besteht, die Schüler ja nicht nur von ihrer sozialen Herkunft und den Lernvoraussetzungen sehr unterschiedlich sind, auch die Tatsache, dass die Hauptschule eine eigenständige Schulart ist, bereitet sowohl aus organisatorischer Sicht als auch im Hinblick auf inhaltliche Unterschiede, Probleme. Es fehlt ja der harmonische Übergang von den Grundschülern zu den Hauptschülern., da die Klassenstufen 5 und 6 in Sögel die Orientierungsstufe besuchen . Durch die räumliche Trennung bedeutet es für die Schüler allerdings wenig, dass sie mit den "Großen" an einer Schule sind. Bei Entlassfeiern und großen, gemeinsamen Veranstaltungen (Sportfest, Projekttage etc.) vermisst man aber schon den "Mittelbau". Auch für die Lehrer selbst, die ja an beiden Schularten unterrichten müssen, bedeutet die Umstellung auf die jeweiligen Schüler, dass sie ihren Unterrichtsstil, ihre Methoden und ihre Sprechweise häufig innerhalb von fünf Minuten komplett umstellen müssen, ein hoher Anspruch an die didaktische und methodische Kompetenz. Dass gerade auch in der Hauptschule die Motivation, die Leistungsbereitschaft und die Disziplin problematische Felder sein können, ist bekannt. Wir versuchen dies durch einen attraktiven Unterricht, durch AG's, Unterrichtsgänge, Klassenfahrten, Projektarbeit und durch den Einsatz modernster Medien (jede Hauptschulklasse ist mit Internetzugang, Rechnern und einem Beamer ausgestattet, dazu sind alle Rechner miteinander vernetzt) aufzufangen. Viele Schüler, die die Hauptschule besuchen, sind "Rückläufer von der Realschule in Sögel, die in bestehende Klassenstrukturen integriert werden müssen. Von großem Nachteil ist auch, dass z.T. während des laufenden Schuljahres Schüler, die mit einer Hauptschulempfehlung von ihren Eltern zur Realschule gemeldet wurden, und dort scheitern, nun doch die Hauptschule in Börger besuchen. Dies kann besonders für Kinder aus Werpeloh und Spahnharrenstätte schwierig werden, da sie ja neben einer "fremden" Schule auch noch einen neuen Schulort kennen lernen müssen. 3. Die Eltern als Partner, Mitarbeiter und Multiplikatoren unsrer Erziehungs- und Bildungsarbeit Dass die Mitarbeit und Mitbestimmung der Eltern in der Schule gestärkt werden muss, ist allgemein anerkannt. Für die Lehrer ist es leichter, wenn gut informierte Eltern, denen Probleme und Arbeitsweise der Schule bekannt sind die Lehrer bei ihrer Arbeit unterstützen und stützen. Wenn von außen praktikable und gute Ideen hereingebracht werden, kann dies nur von Nutzen für ALLE Beteiligten sein. Dies funktioniert aber nur dann, wenn offen über Probleme und unterschiedliche Ansichten, was Bildung und Erziehung bedeutet, gesprochen wird. Hier kann ein Schulprogramm natürlich sehr für Verbindlichkeit und Klarheit sorgen. Neben den Elternsprechtagen, der Teilnahme der Elternvertreter an den Zeugnis- und Gesamtkonferenzen, der Hilfe der Klassenelternvertreter bei Ausflügen und Schulfesten, werden an unserer Schule die Eltern, (nicht nur die gewählten Elternvertreter) bei Projekttagen sehr aktiv. Sie bringen sich mit ihren speziellen Fähigkeiten (berufliche Qualifikation, künstlerisches und handwerkliches Geschick oder sportliche und technische Begabungen in die Projektarbeit ein. Bei unserem letzten Großprojekt "Kinder stark machen" wäre eine Durchführung ohne Mithilfe der Elternschaft nicht möglich gewesen. Eine kritische Nachbetrachtung solcher Aktivitäten fördert auch eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Schule. Wenn gemeinsam nach gelungenen Programmpunkten, aber auch nach verbesserungswürdigen Planungen und Durchführungen geschaut wird, wird das Gefühl: Wir arbeiten zusammen, man nimmt uns Ernst, sehr gestärkt. Wenn dann noch ein gemeinsamer Abschluss in Form einer kleinen Feier mit allen Helfern stattfindet, schafft Schule Vertrauen und Identifikation bei den Eltern. An dieser Stelle müssen wir überlegen, wie wir Elternarbeit (Arbeit mit den Eltern, aber auch Arbeit der Eltern, in den Schulalltag integrieren und ausbauen können. Die gilt auch für den Hauptschulbereich, wo gerade im Hinblick auf die Berufsausbildung, die Erfahrung der berufstätigen Eltern von Nutzen sein kann. Ansätze mit dem "girls day" und Schnupperpraktika sind vorhanden. Man könnte auch pensionierte Handwerksmeister und Meisterinnen in den Unterricht mit einbinden oder in Nachmittags-AG`s Neigungsgruppen für spezielle praktische Übungen einrichten. In der Grundschule könnten Eltern die Schülerbücherei betreuen oder Märchen- und Erzählstunden anbieten. Denkbar wäre es, auch im hauswirtschaftlich- künstlerischen Bereich auf die Erfahrung der Eltern zurück zu greifen. Wichtig wäre auch eine regelmäßige "Elternschulung" durch ausgebildete außerschulische Fachkräfte (Psychologen, Erziehungswissenschaftler, Kinderärzte, Sozialarbeiter) 4. Der "pädagogische Zirkel" Hilfen durch andere Einrichtungen und Institutionen Bei dem an unserer Schule herrschenden Klassenlehrerprinzip gelingt es eigentlich ganz gut, Defizite in bestimmten Bereichen bei Schülern möglichst früh und sicher zu erkennen. Kleinere Teilleistungsschwächen können noch durch in der Stundentafel ausgewiesene Förderstunden bekämpft und oftmals auch behoben werden. Effektiver ist es jedoch, diese Förderung von speziell ausgebildeten Leuten, die von außerhalb kommen erteilen zu lassen. So hat unsere Schule seit kurzem einen Kooperationsvertrag mit der Förderschule in Sögel. Zwei Kolleginnen fördern während des Regelunterrichts Kinder, die dazu aus dem Klassenverband herausgelöst, in kleinsten Gruppen an ihren Schwächen arbeiten können. Dies hat sich sehr bewährt, zumal die auswertenden Gespräche zwischen den Stammlehrern und den Förderlehrern sehr effizient die unterrichtliche Arbeit unterstützen. Auch bei Elterngesprächen sind beide Kollegen anwesend. Die Zusammenarbeit mit dem Schulpsychologen, dem Jugendamt und der psychologischen Beratungsstelle der Caritas hilft ebenfalls, die bestmögliche Betreuung für Kinder mit Lernschwierigkeiten zu gewährleisten. Zur Pater- Petto – Schule der Johannesburg besteht ein "zartes Kontaktpflänzchen", das vielleicht noch etwas wachsen sollte. Schon vor der Einschulung werden die zukünftigen Erstklässler von ihren neuen Klassenlehrern besucht und beobachtet. Nur durch enge und regelmäßige Zusammenarbeit zwischen Kindergarten und Schule, ist ein guter Start in das Schülerleben gesichert. Defizite in Sprache, Sozialverhalten und Motorik können, wenn sie allen Beteiligten früh genug bekannt sind, behoben werden. Diese Vernetzung aller am Bildungswesen beteiligten Organisationen und Institutionen ist uns sehr wichtig! Ob die Schule ein eigenes Nachhilfemodell organisieren sollte, kann hier zur Diskussion gestellt werden. Denkbar wäre zum Beispiel, ob es möglich ist, dass ältere Hauptschüler zeitweise Nachhilfe oder Hausaufgabenhilfe bei den Grundschülern leisten könnten oder dürften. An dieser Stelle soll auch noch auf die wichtige Rolle des Vertrauenslehrers eingegangen werden, der für die Schüler immer ein Ansprechpartner ist. Besonders in der Hauptschule wird er oft mit Problemen konfrontiert, die man den Eltern und anderen so nicht anvertrauen kann oder nicht anvertrauen möchte. Dass so jemand vor Ort ist, hat schon häufig schwierige Situationen schnell entspannt oder geklärt!
5. Kommt, sagt es allen weiter, oder: Tue Gutes und rede darüber! Manche Schulen stehen beinahe täglich in der Zeitung, weil über fast jede Aktivität oder jedes noch so kleine Jubiläum oder Anschaffung berichtet wird. Gut, dass es auch Schulen gibt, die ruhiger bleiben. Trotzdem ist es notwendig, seine Arbeit auch einer breiteren Öffentlichkeit zu präsentieren. Man kann dadurch andere Schulen auf Ideen bringen, Bewährtes zu übernehmen oder auch selbst in dieser Richtung aktiv zu werden. Aber nicht nur in der regionalen Presse, sondern auch im Rahmen von Schulfesten, von Theateraufführungen, von Projektarbeiten, der Teilnahme an Wettbewerben und Preisausschreiben wird die Arbeit, die in der Schule geleistet wird, bekannt. Wir arbeiten zur Zeit an einer eigenen Homepage, wie sie viele Schulen schon haben. Hier können sich auch versierte Schüler mit ihren PC- Kenntnissen einbringen. Homepages haben den Vorteil, dass sich jeder schnell informieren kann, was an der Schule läuft. Die Seiten sollten immer aktualisiert werden (das erfordert natürlich viel Arbeit und Zeit). Dadurch, dass die Arbeit der Schule einer breiten Öffentlichkeit präsentiert wird, ist sie auch einer gewissen Kritik (positiv und negativ) ausgesetzt. Dies kann aber ein guter Ansporn sein, sein eigenes Tun zu überdenken. (Auch eine Form von externer Evaluation durch das Volk sozusagen) Schüler können durch die Präsentation von Arbeiten lernen, wie Pressearbeit funktioniert, indem sie selbst eigene Artikel und kleine Berichte gestalten. In gesteigerter Form durch die Einrichtung und Pflege eigener Klassenhomepages. Hier setzt aber die Größe unserer Schule Grenzen, da wir nicht so viele Aktivitäten wie z. B. an einem großen Schulzentrum vorweisen können. Aber darauf kommt es letztendlich auch nicht an. Bei Elternsprechtagen oder Schulentlassungsfeiern und überörtlichen Veranstaltungen in der Aula in Sögel (Grundschultag) nehmen wir die Gelegenheit wahr, unsere Schule durch Präsentieren von Arbeiten aus dem Kunstunterricht, dem Werkunterricht und dem Bereich "textiles Gestalten" zu präsentieren. Bei der Aufführung von Theaterstücken und der Teilnahme am plattdeutschen Vorlesewettbewerb können sich Interessierte ebenfalls ein Bild vom Spektrum der Arbeit an unserer Schule machen. Für die teilnehmenden Schüler ist eine solche Darstellung ihres Könnens in der Öffentlichkeit eine wichtige Erfahrung und trägt zur Persönlichkeitsbildung und zum Selbstwertgefühl bei.
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